Interaktives Whiteboard –  ein neuer didaktischer Ansatz für den Unterricht in der Gemeinschaftskunde

Förderprojekte des Teilprojekts LaborUniversität

Dr. Dieter Koop (Institut für Politikwissenschaften), Julius Mütze (WHK), Sebastian Wruck (SHK), Theresa Bialas (SHK)

Die Kreidezeit hat nun auch in der Schule den Anfang vom Ende gefunden. Die Kreidetafel soll schrittweise an immer mehr Schulen durch elektronische interaktive Tafeln ergänzt, teils aber auch ersetzt werden. International hat sich der Begriff „interactive Whiteboard“ durchgesetzt, der im deutschen Sprachgebrauch als „interaktives Whiteboard“ Verwendung findet. Daraus ergibt sich die Abkürzung IWB für diese Geräteklasse. Ein Interaktives Whiteboard ist eine elektronische Weißwandtafel, die zum Schreiben, Surfen, Projizieren, Mailen und vieles mehr genutzt werden kann. Zusammengefasst kann von einem berührungssensitiven Computerbildschirm (hier: i3touch) mit entsprechender Software (hier: i3learnhub) gesprochen werden. In den angebotenen Übungen und Seminaren am Institut Politikwissenschaft – speziell der Politikdidaktik – soll vor allem der didaktisch sinnvolle Umgang mit dem IWB erarbeitet werden. Die zahlreichen Arbeits- und Gestaltungsmöglichkeiten des IWB können von Lehrer(inne)n allerdings nur realisiert werden, wenn zuvor grundlegende technische sowie mediendidaktische Kenntnisse thematisiert worden. Daraus ergeben sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten beispielsweise bezüglich des Erstellens und Abänderns von Unterrichtseinheiten und -materialien. Bei dem anfallenden Arbeitsaufwand, den hohen Kosten und der investierten Zeit bei der Implementierung der IWB in das schulische Medienkonzept, stellt sich zudem die Frage nach dem Mehrwert für das Lernen und den Unterricht. Stimmt das Verhältnis von Aufwand zum Nutzen für den Lehrenden? Was sind die Vor- und Nachteile des IWB? Abschießend soll auf die kritische Mediennutzung aufmerksam gemacht werden. Die Aneignung und Vertiefung von Medienkompetenz entspricht den bildungspolitischen Vorgaben und sollte demnach in diesem Zusammenhang ebenso eine bedeutende Rolle erhalten. Das Seminar bildet dabei die Wissensgrundlage für die Studierenden und steht als Möglichkeit zur freien Erprobung zur Verfügung.

Erarbeitung im Seminar

Die Lehramtsstudierenden für Gemeinschaftskunde an der Universität Leipzig bekommen zu Anfang eine umfassende Einweisung in den Umgang mit dem IWB. Die technische Funktionsweise des IWB steht dabei vorerst im Mittelpunkt. In diesem Zusammenhang suchen wir nach Vor- und Nachteilen des IWB in Bezug auf den pädagogischen sowie funktionalen Mehrwehrt. Anschließend werden Fragen zum Umgang im Unterricht mit dem IWB erarbeitet und im Plenum beantwortet: Worin besteht der pädagogische Nutzen einer interaktiven Tafel? Wie sieht der Unterricht damit aus? Was müssen die Lehrkräfte leisten? Wird besser gelehrt und gelernt? 

Die Studierenden bekommen einen Einblick in die Nutzung von dynamischen Tafelbildern unter Einbeziehung multimedialer Elemente wie z.B. Bilder, Videos, Simulationen. Zudem steht die Speicherung und Weiterbearbeitung erstellter Tafelbilder im Blickfeld der Übungen. Den Lehramtsstudierenden werden verschiedene Präsentationsformen (i3learnhub, PowerPoint, Paint, Prezi, etc.) verdeutlicht sowie die passenden Tools zur Umsetzung vorgestellt. Dadurch kann eine große Bandbreite an Arbeits- und Gestaltungsmöglichkeiten für den modernen und medialen Unterricht vermittelt werden. Die Möglichkeiten des synchronen telemedialen Lernens, online verfügbare Apps (Kahoot, learningapps, etc.) werden hierbei ebenfalls genutzt (z.B. googledocs, i3learnhub). Im Anschluss an die vorgestellte Funktionsweise des IWB im Unterricht erstellen die Studierenden in selbst initiierten und kooperativen Lerngruppen Unterrichtssequenzen mit digitalen Tafelbildern. Schlussendlich sollen diese Unterrichtssequenzen auch im Seminar erprobt werden.

Dieses Projekt gehört zu den Good Practice-Beispielen der LaborUniversität. Die entsprechende Zusammenfassung finden Sie hier.